HAUFIG GESTELLTE FRAGEN BEZUGLICH ANTIBIOTIKA THERAPIE
Häufig gestellte Fragen bezüglich Antibiotika Therapie

1. Wie unterscheidet sich antibiotische Therapie von konventioneller Therapie?

Die antibiotische Therapie gründet sich auf der Annahme, daß entzündlich rheumatische Krankheiten, wie Rheumatische Arthritis, Sclerodermia, Lupus, juvenile chronische Arthritis, Polymyositis, Bechterew-Strümpell-Marie-Krankheit, etc. infektiösen Ursprungs sind, vornehmlich Bakterien des Typs Mycoplasma und andere bakterielle L-Formen.

Mittels niedrig dosierter Antibiotika, speziell aus der Familie der Tetracycline, wird die Krankheit an ihrer Wurzel gepackt. Diese Therapie ist gleichermaßen wirksam bei schweren und/oder längerfristigen Krankheitsbildern, wie auch leichten bis mittelschweren Fällen. Dr. Thomas McPherson Brown (1906-1989), ein berühmter, in Washington, D.C. praktizierender Rheumatologe, hat in dieser Behandlungsmethode vor über fünfzig Jahren bahnbrechende Arbeit geleistet und damit über zehntausend Patienten erfolgreich behandelt.

Die toxischen Medikationen in der konventionellen Therapie werden vorwiegend versuchsweise verordnet und, um die Symptome unter Kontrolle zu bekommen oder zu unterdrücken. Dies kann, aber muß nicht funktionieren. Wenn sie Wirkung zeigt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, ehe sie wirkungslos wird oder der Patient Nebenwirkungen zu verpüren bekommt, die zum Absetzen der Therapie zwingen. Zumeist befinden sich die Patienten dann in einem schlechteren Zustand als zu Beginn der Medikation.

2. Welche Antibiotika werden angewendet und in welcher Dosierung?

Die endgültige Entscheidung über die antibiotische Therapie sollte der behandelnde Arzt treffen. Wenngleich diese Therapie bei den meisten Patienten Wirkung zeigt, mag es sein, daß sie nicht in allen Fällen erfolgreich ist. Die Behandlung muß auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden.

Üblicherweise erhalten Patienten mit schwerem und/oder länger währendem Krankheitsverlauf eine Serie täglicher i.v. Applikationen von Clindamycin über fünf bis sieben Tage. (Einige Ärzte wenden Lincomycin bei gleichem Erfolg an. (Anm.: Nebenwirkung, schwere Diarrhöen, Blutbildveränderungen, Allergien)) Während der ersten beiden Tagen wird Clindamycin 300mg in 250ml Kochsalzlösung 0,9% über 50 bis 60 Minuten verabreicht. (D5W (Anm.: 5%-ige Dextroselösung) soll wegen Überwucherung mit Hefepilzen, die bei den meisten dieser Patienten gefunden wurde, nicht verabreicht werden.)Am dritten und vierten Tag werden 600mg gegeben und an jedem folgenden Tag 900mg.

(Dr. A. Robert Franco, ein Rheumatologe in Riverside, Kalifornien, verordnet häufig alle fünf Wochen viermalig eine siebentägige Serie und setzt die Dosierung anschließend erneut fest. Bei manchen seiner Patienten mit chronischer Arthritis ersetzt Dr. Franco die i.v. Applikation von Clindamycin zweimal täglich an zwei Tagen der Woche durch Zithromax 250mg.)

Nach den anfänglichen Tagesserien, kann die i.v. Verabreichung wöchentlich, zweiwöchentlich oder entsprechend der individuellen Entscheidung des behandelnden Arztes vorgenommen werden. Die i.v. Applikation soll solange erfolgen, bis die Laborwerte wieder im Normbereich liegen. Die Laborwerte sollten noch eine Weile kontrolliert werden, um sicherzustellen, das der Patient stabil ist, bevor die Infusionen abgesetzt werden können. Bei sehr sensiblen Patienten kann zuvor an der Injektionsstelle ein Lokalanästhetikum aufgebracht werden.

Einige Mediziner berichten von erfolgreicher oraler oder i.m. Applikation von Clindamycin. Die orale Einzeldosis beträgt einmalig 1200mg wöchentlich. I.m. werden je Woche einmalig zwischen 300mg und 600mg verabreicht.

Nach Beendigung der Infusionstherapie beginnen die Patienten die orale Therapie mit Minocyclin oder Doxycyclin 100mg ein- bis zweimal täglich, oder Tetracyclin zu 250mg bis 500mg zweimal täglich montags, mittwochs und freitags.

Tetracyclin ist reaktionsfreudiger mit Nahrungsmitteln, weshalb es auf nüchternen Magen genommen werden muß. Antibiotika und kalciumhaltige Nahrungsmittel (inklusive Milchprodukte) sollen nicht zusammen eingenommen werden. Die genannte Dosierung ist für die meisten Patienten ausreichend. In seltenen Fällen kann eine fünf- oder siebentägige Dosierung notwendig sein. Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Krankheitsbild beginnen mit der gleichen oralen Therapie. Wird Tetracyclin zu schnell oder zu hochdosiert verabreicht, kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Diese allergische Reaktion kann oft durch eine einschleichende Dosierung mit 50mg montags und freitags steigernd bis hin zur Standarddosis vermieden werden. Patienten mit bekannter Tetracyclin-Unverträglichkeit kann auch Erythromycin verabreicht werden. Bei einigen Patienten mag es notwendig sein Doxycyclin zu den Mahlzeiten einnehmen zu lassen. Bitte sorgsam darauf achten, daß Milch und Kalciumprodukte gemieden werden! Bei einem empfindlichen Magen hat sich der Saft der Aloe vera als hilfreich erwiesen - drei- bis viermal täglich 56,7g.

Patienten sollten ihren Arzt konsultieren, wenn sie ungewöhnliche Reaktionen auf die Medikation beobachten.

WARNUNG: Einige oral zu verabreichende generische Tetracycline (Anm.: Generika; Präparat gleichen Wirkstoffes, jedoch u.U. abweichender Galenik (Zubereitungsform) gegenüber dem Originalpräparat) haben sich für diese Therapie als unwirksam erwiesen.

^ÄIntraartikuläre Injektionen (Anm.: in das Gelenk) von Clindamycin sind sehr effizient, wenn der reaktive Zustand des Gelenks so heftig ist, daß eine ausreichende Konzentration (des Antibiotikums) über die orale oder i.v. Applikation nicht erreicht werden kann. Die Entzündung muß in den meisten Fällen zuerst abgeklungen sein, um die maximale Wirkung des Clindamycins zu erreichen. Der gebräuchlichste Behandlungsplan für große Gelenke ist 2cm³(300mg), zuzüglich Dexamethason 1cm³ (4mg). Bei kleineren Gelenken gilt eine entsprechend reduzierte Gabe.^Ó

^Ä... eine Abfolge entzündungshemmender Medikation ist (außer in frühen Stadien der Erkrankung) unabdingbar für die höchstmögliche Wirksamkeit der Antibiotika.... Um die antimykoplasmatische Medikation zu aktivieren ist es bei Allergikern angeraten, Antihistaminika und Kortikosteroide in sehr geringer Dosierung zu verordnen.

3. Ist es vorteilhaft Minocyclin zusammen mit anderen Antibiotika einzunehmen?

Ja, die Zellmembranen von Bakterien sind von einer Lipidschicht umgeben (eine wasserunlösliche, fettige Substanz, welche die Zelle umgibt und mit Nährstoffen versorgt). Um Antibiotika am Eindringen zu hindern, erhöht die Zelle die Dicke dieser Lipidschicht. Minocyclin scheint jedoch eine größere Durchdringungsfähigkeit zu haben. Es hat ebenso ein breiteres Wirkungsspektrum, eine höhere Verweilzeit und einen höheren Konzentrationsspiegel als Tetracyclin.

ALLERDINGS, es gibt dennoch Patienten, die mit Doxycyclin und Tetracyclin sehr gute Erfolge verzeichnen konnten.

4. Welche Nebenwirkungen sind von Antibiotika zu erwarten?

Tetracycline, in niedriger und intermittierender Dosierung genommen, können unbegrenzt angewendet werden, ohne Risiko von Resistenzbildung und Auftreten ernsthafter Nebenwirkungen konventioneller Medikamente. Allerdings können, wie bei allen Medikamenten, Nebenwirkungen auftreten. Beispielsweise können Antibiotika Hefeinfektionen auslösen. Medikamente wie NSAIDS (Anm.: in Deutschland - Rote Liste - nicht bekannt), Gold, Plaquenil (Anm.: in Deutschand - Rote Liste - nicht bekannt), Methotrexat, Steroide, Antibiotia, usw. töten die notwendigen, guten Bakterien im Darm ab.

Daher sollten die Patienten zu Beginn der Antibiotika-Therapie auf Kandida-Antikörper getestet und, falls positiv, eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Eine konventionelle Therapie würde die Antimykotika Nystatin oder Diflucan beinhalten. (Siehe Abschnit 11: Liste der Labore, die Candida-Antikörper-Tests durchführen.)

Es ist äußerst wichtig, daß die Patienten während der Therapie ein gutes, azidophiles (säureliebendes) Mittel wie Metagenics Flora Plus oder Flora Source einnehmen, um die durch die Antibiotika zerstörten Darmbakterien wieder aufzubauen. Ebenso empfehlenswert ist es für die Patienten, direktes Sonnenlicht während der Therapie zu meiden.

Eine der aufgeführten Nebenwirkungen ist die Diarrhö, besonders unter Clindamycin, sie ist jedoch nicht bei der angegebenen Dosierung beobachtet worden. Der Magen einiger Patienten wurde durch die vorangegangene Medikation sensibilisiert, weshalb es in diesen Fällen zu Erbrechen kommen kann.

Hier kann es hilfreich sein, die Medikamente während der Mahlzeiten (keine Milchprodukte) einzunehmen. Als ebenso empfehlenswert hat es sich erwiesen, mit einer reduzierten Dosis von 50mg ein- oder zweimal die Woche über den Zeitraum bis hin zu einigen Monaten zu beginnen, langsam bis zur empfohlenen Dosierung steigernd.

5. Was kann ich erwarten, wenn ich mit der EinnaHme von Antibiotika beginne?

Der Weg zurück zur Gesundheit wird üblicherweise ein langsamer und schwieriger Prozeß sein. In vielen Fällen wird es dem Patienten zeitweise schlechter gehen, ehe es besser wird, doch mit der Zeit werden die Schübe an Intensität verlieren und immer seltener auftreten, bis die infektiösen Kräfte soweit geschwächt wurden, daß das Immunsystem des Patienten wieder die Oberhand gewinnen kann. Wir nennen dies den Zwei-Schritt-Zurück Drei-Schritt-Vorwärts-Prozeß.

Patienten haben berichtet, daß sie eine Besserung ihrer Symptome, einschließlich Depressionen, Müdigkeit, Vergeßlichkeit, steife und schmerzende Gelenke, höherer Muskeltonus und Muskelkraft, trockene, rissige Haut, Tendinitis (Anm.: Sehnenentzündung), Hautgeschwüre, Schluckbeschwerden und Sodbrennen. Auch Patienten mit Raynaud-Syndrom (Anm.: Gefäßkrämpfe, meist Arterien der 2.-5. Finger) haben Besserung erfahren.

6. Was ist die Jarisch-Herxheimer-Reaktion?

Ein Auflammen dieser medikamenteninduzierten Reaktion kann binnen Stunden, innert der nächsten Tagen oder der ersten Wochen nach Beginn der Antibiotikatherapie auftreten, - oder auch jederzeit bei einem Wechsel des Antibiotikums oder der Dosierung. Ausgelöst wird die Reaktion durch die beim Zerfall der Bakterien frei werdenden Toxine, die dann im Blutstrom zirkulieren. Dies verursacht die Verschlimmerung der Symptome.

Bei den Patienten können Müdigkeit und Schläfrigkeit bis hin zu grippeähnlichen Symptomen auftreten, Kältegefühl, erhöhte Temperatur, Nachtschweiß, Muskelschmerzen, schmerzende und geschwollene Gelenke, Erbrechen, Nesselfieber, Hautausschläge, Depressionen und Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses. Nesselfieber und Ausschlag werden manchmal irrtümlich als allergische Reaktion mißdeutet.

Wenn diese Symptome auftreten, so ist dies ein gutes Zeichen dafür, daß die Antibiotika ihr Ziel erreicht haben - ein sehr positives Zeichen. Die Zeitspanne bis zu dieser Reaktion variiert von Patient zu Patient. Über zwanzig Prozent der Patienten machen die Herxheimer-Reaktion nicht durch.

Oxidative Therapie (Anm.: erhöhtes Sauerstoffangebot) kann zur Minderung der Symptome beitragen. Dr. Garth Nicholson, Direktor des Instituts für Molekularmedizin in Huntington Beach, Kalifornien, empfielt Peroxid-Bäder (1814g 3%-iges Wasserstoffperoxid auf eine Badewanne mit 2 Tassen Epsomer Bittersalz). Nach fünfminütigem Einweichen in heißem Wasser mit 2 Tassen Epsomer Bittersalz, bis sich die Poren geöffnet haben, wird die Wasserstoffperoxid-Lösung hinzugegeben. Dies sollte dreimal die Woche vor dem Schlafengehen wiederholt werden.

Acht Stunden vor dem Bad sollten keine Vitamine eingenommen werden. Das Wsserstoffperoxid kann auch direkt nach dem Duschen oder Baden auf die Haut aufgebracht werden. Das Wasserstoffperoxid sollte man fünf Minuten einwirken lassen und dann abwaschen.

Ein anderer nützlicher Vorschlag von Dr. Nicholson - eine ganze Zitrone auspressen, eine Tasse Fruchtsaft oder Wasser zugeben, sowie einen Teelöffel Olivenöl. Filtrieren und die Flüssigkeit trinken.

Diät und Nahrungsergänzungmittel sind äußerst wichtig. Ernährungsempfehlungen finden Sie auf dieser Webseite und beinhalten das Vermeiden von Zucker, Koffein, Milchprodukte, Fett oder säuernde Nahrungsmittel, jedoch ein erhöhtes Angebot an Frischgemüse - besonders Kreuzblütler (Anm.: Brunnenkresse, Meerrettich, Kohl, Kresse, Rettich, Raps, Senf; Wissenschaftliche Arbeiten: University of California und University of Southern California, Los Angeles; Cruciferous vegetables, genes and colon cancer; Rolle der Chemoprävention mittels Kruziferengemüse bei der Entstehung von Darmkrebs) - ungespritzt wenn möglich.

Die Patienten sollten nicht weniger als zwei Liter täglich trinken, um die Toxine auszuschwemmen und die Nährstoffe durch den Körper zu transportieren, sowie zwei oder drei Verdauungsspaziergänge am Tag.

Sollte die Herxheimer-Reaktion zu schwer verlaufen, so darf die Medikation ausgesetzt und eine geringe Dosis Prednison (jedoch nicht mehr als 10mg) verordnet werden. Wenn die Beschwerden abklingen ist die Medikation einschleichend wiederaufzunehmen.

7. Wie lange wird es dauern, ehe ich eine Besserung erfahre?

Der Zeitrahmen für die Genesung des Patienten wird durch die bisherige Krankheitszeit und die Stabilität des Immunsystems abgesteckt. Manche Patienten erleben bereits in den ersten Monaten bedeutende Fortschritte, andere wiederum benötigen unter Umständen Jahre. Dr. Pnina Langevitz aus Israel berichtete, daß, je länger die Patienten unter der Antibiotika-Therapie seien, desto größer die Fortschritte, die sie machten. Patienten können jahrelang die Therapie fortführen, ohne Resistenzen zu bilden.

8. Ist ein Absetzen der bisherigen Medikation eventuell denkbar?

Einige Patienten werden der Auffassung sein, daß diese Therapie eine dauernde Besserung verschafft und sie keiner längeren Medikation bedürften, aber meist wird es notwendig sein eine Erhaltungsdosis einzunehmen, um die Krankheit unter Kontrolle zu halten. Sollte die Krankheit irgendwann wieder ausbrechen, genügt ein kurzer Zyklus mit 100mg Minocyclin oder Doxycyclin, oder zwischen 500mg und 1000mg Tetracyclin dreimal täglich über drei Tage, um auf unbestimmte Zeit wieder Besserung zu erfahren. Einige Patienten erzielen Normwerte noch bevor sie einen symptomfreien Zustand erreicht haben. Andere wiederum haben Beschwerdefreiheit erlangt - die Symptome verschwinden zuerst und dann erst kehren die Laborwerte wieder in den Normbereich zurück.

9. Weshalb sind IV-Injektionen in schweren oder lang andauernden Fällen notwendig?

In schweren oder lang andauernden, bzw. in sehr resistenten Fällen, kann die orale Aufnahme des Antibiotikums unzureichend sein, um das Ziel zu erreichen und die Bildung von Abwehrkörpern zu unterdrücken. Clindamycin i.v. ist dann geboten. Die intravenöse Clindamycin-Therapie rottet die hartnäckigen Mikroorganismen im Darm, in den Atemwegen und anderen Bereichen aus und schafft eine höhere Aufnahmebereitschaft für Tetracyclin.

10. Welche Laboruntersuchungen sollten zur Kontrolle meines Verlaufes stattfinden?

Laboruntersuchungen werden zwecks Hilfestellung in der Diagnostik und zur Findung einer Basis, von der aus die Ergebnisse nach Beginn der Antibiotika-Therapie beurteilt werden können, durchgeführt.

Diese beinhalten eine großes Blutbild (Anm.: (Männer) Erythrozyten 6,2 T/l, Retikulozyten 1%, Thrombozyten 400 G/l, Leukozyten 10 G/l, stabkernige / segmentkernige Granulozyten 70%, eosinophile Granulozyten 5%, basophile Granulozyten / Lymphozyten 30%, Monozyten 6, Hämoglobin (Hb) 180 g/l, Hämatokrit (Hk) 52%, HbE/MCH 2,0 fmol), RF (Anm.: Rheumafaktoren), BKS (Anm.: Blutsenkung; 1-Std.-Wert 3-8mm Männer, 2-Std.-Wert 5-18mm), CRP (Anm.: C-reaktives Protein; Normwert ca. 0,8mg/l Serum), antinukleäre Antikörper (ANA), Antistreptolysintiter (ASO) (Anm.: normal bis ca. 250 ASE/l Serum) und MCF (Anm.: ???). Diese Tests können nach Ermessen Ihres Arztes wiederholt werden, um Ihren Fortschritt zu verfolgen.

Der ASO-Titer ist sehr wichtig. Ist er erhöht, muß Amoxycillin oder Ampicillin verordnet werden. Ist der Titer wieder im Normbereich, sollte der Patient bezüglich eines Rückfalles beobachtet werden. Manche Patienten bedürfen eventuell einer längeren Medikation bis der Titer negativ ist.

11. Ich habe über sechs Monate jeweils montags, mittwochs und freitags 100mg Minocyclin genommen und konnte keinen Erfolg verzeichnen. Ist noch Besserung zu erwarten?

Ja, allerdings sollten Sie zu dieser Zeit einige Hinweise haben, daß das Antibiotikum wirkt. Ihr Arzt muß an diesem Punkt etwas Detektivarbeit leisten.

Folgende Punkte sollten überprüft werden:

Laboruntersuchungen sollten wiederholt werden. Meist gehen Verfeinerungen der Tests Verbesserungen der Symptomatik voraus.

Wenn Sie ein Generikum von Minocyclin einnehmen, wechseln Sie den Hersteller des Präparates oder den Handelsnamen. Patienten haben berichtet, daß nicht alle Generika therapeutisch gleichwertig sind. Viele Ärzte verschreiben das Originalpräparat, um dieses Risiko zu vermeiden. (Anm.: in Deutschland wegen Gesundheitsreform und Budgetierung zweifelhaft, daher auf Originalpräparat achten; vmtl. Minocyclin 100 Heumann, 30 FTA (N2) DM 53,36; Heumann Pharma GmbH, Südwestpark 50, 90449 Nürnberg, 0911-4302-0)

Versuchen Sie ein anderes Antibiotikum. Nicht jeder Patient spricht vielleicht auf Minocyclin an.

Versuchen Sie morgens das eine Antibiotikum und abends ein anderes, oder nehmen Sie eines für die Dauer von sechs Wochen und wechseln Sie dann für weitere sechs Wochen auf das andere Präparat.

Wenn Ihre Erkrankung schwer, lange andauernd oder sehr resistent ist, und Sie nur oral Antibiotika nehmen, dann werden Sie vermutlich zusätzlich eine intravenöse Therapie benötigen.

Halten Sie Ausschau nach anderen Infektionsherden, wie Nebenhöhlen, Allergien, Zahnwurzelkanäle, Darmtrakt, usw., die Ihren Fortschritt behindern und gesondert behandelt werden müssen, um einen optimalen Nutzen aus der Therapie ziehen zu können.

Haben Sie einen erhöhten ASO-Titer? Falls ja, dann muß dies ebenso behandelt werden. Der Streptokokkenorganismus ist schwer auszurotten und, selbst wenn der ASO-Titer wieder den Normwert erreicht hat, muß der Patient weiterhin kontrolliert werden, um einen Rückfall zu vermeiden. Ziel der Therapie ist, das Antigen zu entfernen, wo immer es auch im Körper angetroffen wird, um den bestmöglichen Effekt aus der Therapie zu erzielen.

Haben Sie zu wenige Antikörper? Unter Umständen ist eine intravenöse Therapie erforderlich.

Hat Ihr Arzt den MCF-Test durchgeführt? Er sollte die gesamte Bandbreite abdecken. Der erste Test kann negativ sein, falls das Immunsystem noch zu schwach sein sollte, einen Antikörperangriff auf den Organismus auszuüben.

Deshalb ist es wichtig den Test nach drei bis sechs Monaten zu wiederholen. Wenn er immer noch negativ ist, sollte die Medikation gewechselt werden. Auch im Falle eines negativen Wertes vermag Tetracyclin etwas auszurichten. Falls die Ursache jedoch viraler Natur ist, kann das Antibiotikum nicht wirken. Zudem kann die Ursache eine Streptokokkeninfektion in Verbindung mit einer Mycoplasmeninfektion oder umgekehrt sein.

Drei Laboratorien, die diese speziellen Tests durchführen sind auf der Webseite Doctor^Òs Corner aufgeführt.

12. Mein Arzt hat mir geraten Minocyclin abzusetzen, weil meine Weissen Blutkörperchen zu niedrig sind.

Weiße Blutkörperchen dienen der Abwehr von Infektionen. Ein zu niedriger Leukozytenwert wird im klinischen Sprachgebrauch Leukopenie genannt. Dies ist dann der Fall, wenn es zu einer Verminderung der im Blutstrom kreisenden Leukozyten kommt. Dieser Umstand beeinflußt das Blut und das Knochenmark. Patienten können eine erniedrigte Leukozytenzahl haben, bevor sie mit der Antibiotikatherapie beginnen.

Dies kann ursächlich in der Natur Ihrer Erkrankung, oder der vorherigen Therapie, wie Methotrexat liegen, das eine Verminderung der Leukozyten, Thrombozyten und Erythrozyten bewirkt. Dies resultiert aus einem erhöhten Abbau oder einer verminderten Produktion dieser Zellen. Andere Ursachen sind schlechte Proteinaufnahme oder Verdauung (Beeinträchtigte Enzymproduktion der Bauchspeicheldrüse oder Salzsäureproduktion), unzulängliche Aufnahme von Spurenelementen, Mineralien und essentieller Fettsäuren.

Ein Bluttest namens Carbon-Test ist enorm hilfreich, um den Grund für die verminderte Anzahl Leukozyten herauszufinden. Die Firma Body Bio kann einen Kliniker benennen, der diesen Test in Ihrer Region durchführen kann.

Ein Arzt kann bedacht handeln und vorschlagen, die Minocyclin-Therapie einzustellen. Dies auf dem Hintergrund, um sicherzustellen, daß nicht die Therapie selbst Ursache für die Leukopenie ist. Sobald die Leukozytenzahl wieder den Normwert erreicht hat, kann man die Minocyclin-Therapie wieder aufnehmen und beobachten, ob der Leukozytenwert abermals absinkt.. Falls dies wiederholt der Fall ist, sollte man die Minocyclin-Therapie besser absetzen.

Minocyclin hilft dem Organismus der Infektion Herr zu werden, und sobald der Erreger, der die vermehrte Leukozytenproduktion verursacht hat, verschwunden ist, wird die Leukozytenzahl wieder auf ihren Normwert absinken.

13. Mein Arzt hat mir Methotrexat verschrieben. MuSS ich weiterhin bei dieser Verordnung bleiben, wenn ich zusätzlich Antibiotika einnehme?

Ärzte sollten vorsichtig sein bezüglich möglicher Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, die ernsthafte Nebenwirkungen verursachen können. Das Ansprechen auf eine antibiotische Therapie hängt zu einem hohen Grade von der Stärke des Immunsystems ab. Methotrexat ist eine giftige, das Immunsystem schwächende Substanz, und Ärzte, die sich in dieser Therapieform gut auskennen, versuchen die Patienten von dieser Therapie weg zu bekommen. Idealerweise ist eine sechswöchige Periode empfehlenswert, um den Organismus davon zu befreien und dann die Antibiotika-Therapie zu beginnen.

Allerdings, wenn Ihnen Methotrexat hilft, wird Ihr Arzt nur ungern zustimmen, die Therapie abzusetzen. In diesem Fall kann die Antibiotika-Therapie begonnen werden, um dann schrittweise den Patienten von der Medikation (Methotrexat) zu entwöhnen.

14. Wirkt diese Behandlungsmethode auch bei Fibromyalgie?

Dr. Garth Nicholson vom Institut für Molekularmedizin Huntington Beach, Kalifornien, und Dr. Daryl See von der Universität von Kalifornien Medizinisches Institut in Irvine, Kalifornien, haben gewichtige Hinweise auf mykoplasmatische Blutinfektionen in der Mehrzahl ihrer Fibromyalgie-Patienten gefunden. Andere chronische Infekte können ebenso eine Ursache sein. Sie empfehlen eine Langzeit-Antibiotika-Therapie.

Dr. Lida Mattman, eine führende Mikrobiologin, ehemals an der Wayne Staatsuniversität, jetzt im Ruhestand, führt ein Laboratorium zusammen mit Dr. Seldon Nelson in Warren, Michigan, berichtet, daß sie in 40% der getesteten Fibromyalgie-Patienten eine Spirochäteninfektion mit Borrelia burgdorferi, Erreger der Lyme-Borreliose, gefunden hat. Dr. Mattman sagt, sollte der Streptokokkenorganismus ein Problem verursachen, wird man ihn nicht finden, bis die Lyme Borreliose behandelt wurde - die Organismen überwuchern einander. In dem Abschnitt unsere Webseite ^ÄInteressante Themen^Ó wird ein anderes Programm vorgestellt, das von einer Fibromyalgie-Patientin verfolgt wurde und zur Remission ihrer Erkrankung führte.

15. Allgemeine Informationen

Gleichzeitige Einnahme von Tetracyclinen kann die Wirksamkeit von Kontrzeptiva herabsetzen.

Minocyclin Kapseln, wie andere Tetracycline, können den Fötus beeinträchtigen, wenn sie Schwangeren verabreicht werden.

Tetracycline können, während der Zahnentwicklungsphase (letzte Hälfte der Schwangerschaft, Säuglingsalter und Kindheit bis zum 8. Lebensjahr verabreicht, irreversible Farbveränderungen des Zahnschmelzes verursachen (gelb - grau - braun).

Erste Ausgabe Mai 1998 Zweite Ausgabe Juli 1999

Ich erlebe häufig, daß Patienten zu mir kommen, um sich wegen Diagnose und Behandlung rheumatischer Erkrankungen beraten zu lassen, die schon mit einer antibiotischen Therapie begonnen haben. Obwohl dies für den Patienten hilfreich sein mag, wäre es besser, wenn die entsprechenden Test nach Möglichkeit VOR Beginn der antibiotischen Therapie gemacht werden können. Ich beziehe mich hierbei besonders auf den Mycoplasmen- und Chlamydien-PCR-Test.

Antibiotika können diesen Test negativ beeinflussen und dabei diese großartige Diagnostik unbrauchbar machen, besonders in Hinblick auf die Tatsache, daß die Patienten genötigt sein werden die Antibiotika über mehrere Jahre einzunehmen und sich einigen möglichen Nebenwirkungen auszusetzen. Wenn Sie bereits Antibiotika genommen haben, sollten Sie sich entscheiden vier Wochen vor Ihrem Besuch des Riverside Arthritis Zentrums oder Ihres Arztes, wo diese Tests gemacht werden, die Medikation abzusetzen.

Wenn es möglich ist so zu verfahren, erhöhen Sie die Chancen die Infektionsursache Ihrer rheumatischen Erkrankung herauszufinden. Dies umso mehr, wenn der Test gänzlich vor Beginn der Antibiotika-Therapie stattfindet. Zudem wird Ihre Krankenversicherung eher einer intravenösen Behandlung zustimmen und für die Kosten aufkommen, wenn Sie einen positiven Mykoplasmen-PCR-Test vorlegen können.

Ich hoffe, daß sich diese Informationen für Sie als hilfreich erweisen.

Sincerely, A. Robert Franco, MD


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